Komponistinnen feiern Premiere in Kronberg – 3 Uraufführungen beim Kronberg Academy Festival 2021

Das Kronberg Academy Festival 2021 steht verheißungsvoll vor der Tür und die Vorfreude auf das größte Konzert-Event der Kronberg Academy steigt. Auch dieses Jahr werden vom 29. September bis zum 3. Oktober weltbekannte Streicherinnen und Streicher in der pittoresken Burgstadt Kronberg ihr Können zum Besten geben. Diesen Herbst widmen sie sich 26 Kompositionen von Frauen aus verschiedenen Epochen sowie Kompositionen, deren Entstehung Frauen auf andere Weise beeinflusst haben. Drei Werke sind von der Kronberg Academy extra für das Festival in Auftrag gegeben worden: an Frauen, ganz gemäß dem Festival-Thema „Frau Macht Musik“. Die drei zeitgenössischen Komponistinnen Ágnes Peregi, Birke Bertelsmeier und Raminta Šerkšnytė erleben beim Kronberg Academy Festival die Uraufführungen ihrer Werke – interpretiert von Christian Tetzlaff und Gidon Kremer mit seiner international gefeierten „Kremerata Baltica“. Das Kammerorchester wird beim Festival von der österreich-spanischen Dirigentin Teresa Riveiro Böhm geleitet, die ihr Debüt in Kronberg gibt. Das Festival „Frau Macht Musik“ nähert sich der Frage, welche Rolle Frauen in der Klassischen Musik spielen vor allem auf „praktische“ Art: Musik komponiert von Frauen, inspiriert von Frauen und natürlich interpretiert von Frauen findet eine große Bühne und schenkt dem Publikum die Gelegenheit, selten Gehörtes zu entdecken. Mit Mischa und Lily Maisky, Tabea Zimmermann, Kirill Gerstein, Alina Ibragimova und vielen weiteren hochkarätig besetzt, bietet sich in Kronberg in zahlreichen Konzerten und Workshops eine neue Perspektive auf Klassische Musik.

Das Auftragswerk der bekannten litauischen Komponistin und Pianistin Raminta Šerkšnytė“This too shall pass“ bildet den Auftakt des Konzerts „Seven Words“ am 30. September in der Stadthalle Kronberg. Die Uraufführung mit der Kremerata Baltica und Gidon Kremer unter der Leitung von Teresa Riveiro Böhm setzt sich mit verschiedenen Aspekten der Zeit auseinander. Die Komponistin sagt über ihr Werk: „This too shall pass“ ist für mich eine der bewegendsten Redewendungen. Sie ist tröstlich und tragisch zugleich. Sie drückt die Vergänglichkeit aus von allem, was sich in der Natur und im menschlichen Leben abspielt. Aber sie bringt uns auch dazu, nach den ewiggültigen Dingen zu schauen, jeden Moment unseres Lebens wertzuschätzen und sich bewusst zu machen, wie schnell es vergeht.“ Der Wandel der Zeit spielt im Hinblick auf den Wandel der Rolle der Frau in der Musik und darüber hinaus eine zentrale Rolle. In „This too shall pass“ sprechen Violine (Gidon Kremer), Orchester (Kremerata Baltica unter der Leitung von Teresa Riveiro Böhm) und Vibraphon von Wandel und Vergänglichkeit – vielleicht auch von einer neuen Ära der Musikgeschichte, die aktiv von Frauen mitgeschrieben wird…

Das jedenfalls wünscht sich die 27-jährige ungarische Komponistin Ágnes Peregi: „Ich halte es für einen guten Schritt, dass in der Musikerwelt immer mehr auf Gleichberechtigung geachtet wird und auch mehr Komponistinnen sich verwirklichen können und Raum für Aufführungen kriegen. Es trägt langfristig dazu bei, unsere Gesellschaft zu modernisieren und die Qualitäten und Musik aller KomponistInnen unabhängig von deren sozialer Stellung zu beurteilen“ Auch in ihrem Werk „Drei“ geht es um Gleichberechtigung. Ein Cello, eine kleine Trommel und Elektronik treten als modernes Trio auf gleicher Ebene miteinander in Interaktion und bilden trotz ihrer Verschiedenheit eine harmonische Einheit. Die Uraufführung im Rahmen des Wandelkonzerts „Wolke und Mond“ spielen Manuel Lipstein, Cellist und Student der Kronberg Academy, Schlagzeugerin Fumika Namba aus Japan und die junge Komponistin selbst in Kronberger Scheunen.

Birke J. Bertelsmeiers Kompositionen wurden bereits von Größen wie Tabea Zimmermann oder Christoph Eschenbach aufgeführt. Ihr Werkverzeichnis umfasst Musiktheater und Filmmusik ebenso wie Orchesterwerke, Kammermusik und Solostücke. Für das Kronberg Academy Festival komponierte sie eine „Partita“ für Violine, die von einem der innovativsten Geiger unserer Zeit interpretiert wird: Christian Tetzlaff spielt die Uraufführung ihres Werkes am 1. Oktober in der Johanniskirche Kronberg.

Klassikliebhaber können sich auf fünf volle Tage mit sorgsam ausgewähltem und mit Weltklasse besetztem Programm vor der idyllischen Taunuskulisse freuen. Neben den drei Uraufführungen gibt es viele weitere abwechslungs- und entdeckungsreiche Konzerte, die sich allesamt dem Thema „Frau Macht Musik“ verschrieben haben. Neben den Konzerten kann man in fünf Workshops miterleben, wie große Meister und Meisterinnen ausgewählten Nachwuchs öffentlich unterrichten. In drei bereichernden Vorträgen reflektieren drei Professorinnen aus Hamburg und Wien kritisch die Rolle der Frau in Rezeption und Tradierung Klassischer Musik. Wie bei jedem Kronberg Academy Festival ist auch eine mobile, offene Werkstatt zu Gast in Kronberg, die vor Ort Reparaturen an Geige, Bratsche und Cello durchführt.

Das Kronberg Academy Festival „Frau Macht Musik“ wird vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert. Ebenso finanziell unterstützen die Dagmar Westberg Stiftung, das Bundesministerium für Kultur und Medien mit der Initiative Musik und Neustart Kultur sowie die Sparkassen-Kulturstiftung, die Finanzgruppe Hessen-Thüringen und die Taunus Sparkasse. Auch die dauerhaften Medienpartner der Kronberg Academy hr2-kultur, Deutschlandfunk und Frankfurter Allgemeine Zeitung beteiligen sich an der Umsetzung des Events.

Karten für alle Veranstaltungen können telefonisch über das Kartentelefon Tel: 06173-783377 (Mo.- Fr. 10-17 Uhr), per Email über karten(at)kronbergacademy.de oder online über die Website der Kronberg Academy https://www.kronbergacademy.de/festival/ konzerte erworben werden.

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