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Alfred Brendel

Alfred Brendel

 

Alfred Brendel (°1931) ist ein österreichischer Pianist. Er gilt als einer der bedeutendsten Interpreten klassisch-romantischer Musik des 20. Jahrhunderts.

Er studierte Klavier und Komposition am Konservatorium in Graz und besuchte Meisterkurse bei Eduard Steuermann und Edwin Fischer. 1947 legte er extern an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien die Staatsprüfung im Fach Klavier ab. 1949 begründete er seine internationale Karriere als Preisträger beim Busoni-Wettbewerb in Bozen. 1950 zog er nach Wien, Anfang der 70er Jahre nach London, Hampstead. Brendel ist vor allem durch seine Interpretationen der Klavierwerke von Schubert, Beethoven, Mozart und Liszt bekannt. Er ist der erste Pianist, der Beethovens Klavierwerke komplett aufnahm.

Er war an der „Einbürgerung“ der Schubert-Sonaten ins Konzertrepertoire ebenso maßgeblich beteiligt wie an der Rehabilitation der Klavierwerke Liszts.

Am 18. Dezember 2008 verabschiedete sich Brendel vom Konzertleben im Wiener Musikverein mit dem "Jenamy-Klavierkonzert" von Mozart mit den Wiener Philharmonikern unter Charles Mackerras.

Seitdem widmet er sich dem Schreiben sowie Lesungen und Vorträgen. Zu den Themen gehören „Licht- und Schattenseiten der Interpretation“ sowie die letzten Klaviersonaten von Beethoven und Schubert, das Mozartspiel und die Persönlichkeit Franz Liszts. Schon früh trat Alfred Brendel auch als Schriftsteller hervor. Seine gesammelten Gedichte sind bei Hanser unter dem Titel “Spiegelbild und schwarzer Spuk“ veröffentlicht sowie von ihm selbst gelesen auch als Hörbuch bei MDG. Bei Hanser erschienen auch Gespräche mit Martin Meyer („Ausgerechnet ich“) sowie „Weltgericht mit Pausen – aus den Tagebüchern von Friedrich Hebbel“ (Auswahl und Nachwort von Alfred Brendel). Gesammelte Essays liegen unter dem Titel „Über Musik“ beim Piper Verlag vor. 2010 erschien bei Hanser das Buch „Nach dem Schlussakkord – Fragen und Antworten“, 2012 „A bis Z eines Pianisten. Ein Lesebuch für Klavierliebende“ und 2014 „Wunderglaube und Mißtonleiter. Aufsätze und Vorträge“. Sein letztes Buch mit dem Titel „Die Dame aus Arezzo. Sinn, Unsinn und Musik“ erschien bei Hanser im März 2018. 2020 wurden bei Bärenreiter seine Gespräche mit Peter Gülke unter dem Titel “Die Kunst des Interpretierens” veröffentlicht.  Sämtliche Philips-Aufnahmen Alfred Brendels wurden 2018 bei Decca in einer großen Kassette wieder zugänglich gemacht. Zwei bisher unveröffentlichte Live-Mitschnitte, das Klavierkonzert von Robert Schumann sowie die Händel-Variationen von Johannes Brahms, ergänzen diese große Sammlung.

Als einer der bedeutendsten Pianisten seiner Generation wurde Brendel außerdem mit zahlreichen Preisen und Ehrungen bedacht. Von den Universitäten von Köln, London, Oxford, Sussex, Warwick und Yale bekam er die Ehrendoktorwürde verliehen. Am 14. Mai 2004 wurde ihm der Siemens-Musikpreises in München für sein musikalisch interpretatorischen Lebenswerk übergeben. Im Jahr 2008 folgte der Herbert-von-Karajan Musikpreis, 2009 neben der Ehrendoktorwürde der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar der als Nobelreis der Musik geltende „Praemium Imperiale“.