Vorträge, Meisterkurse und eine Welturaufführung in einem kurzweiligen Wandelkonzert

„Frau Macht Musik“ ist in diesem Jahr Motto des Kronberg Academy Festivals. Aber nicht nur in 14 hochkarätig besetzten Konzerten geht es in den fünf Festivaltagen vom 29. September bis 3. Oktober 2021 um Frauen und die vielfältigen Rollen, die sie im Laufe der Jahrhunderte in der Musikgeschichte gespielt haben, sondern auch in drei Vorträgen von Musikwissenschaftlerinnen aus Hamburg und Wien. Mit Unterstützung des Archivs „Frau und Musik - Frankfurt am Main“, dem 1979 gegründeten und damit ältesten, größten und bedeutendsten Archiv dieser Art in der Welt, konnte die Kronberg Academy die Referentinnen ausfindig machen und einladen.

„Meisterinnenwerke“ ist am Donnerstag, 30. September 2021, Titel des Vortrags von Dr. Annegret Huber, Professorin an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.  Was macht ein Meisterwerk aus, fragt sie, wie misst man Meisterschaft? Aber sie hat auch Antworten auf die Frage, warum scheitern muss, wer eine Komposition von Fanny Hensel, der hochbegabten Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy, mit denselben Maßstäben beurteilen will wie beispielsweise ein Werk von Ludwig van Beethoven.  

Wer beurteilt eigentlich, welche Komposition ‘aufführungswürdig’ ist und welche nicht und welche Bewertungskriterien liegen dem Wissen von Lexika, Enzyklopädien oder Musikgeschichtsdarstellungen zugrunde? Diese Fragen stellt und beantwortet am Samstag, 2. Oktober 2021, Dr. Beatrix Borchard. Sie war bis 2016 Professorin für Musikwissenschaften an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, wirkt aber auch erfolgreich als Musikautorin. „Musik und Gender im Internet – Chance für eine 'andere' Musikgeschichte?“ hat sie als Motto ihres Vortrags gewählt.

Dr. Silke Wenzel von der Universität für Musik und Theater Hamburg ist die dritte im Bunde der Referentinnen. Am Sonntag, 3. Oktober 2021, wird sie unter dem Titel „Zwischen Galanterie, Moral und künstlerischem Alltag – Violoncellistinnen im 19. Jahrhundert“ Musikerinnen porträtieren, die sich damals erfolgreich an das Studium des „Männerinstruments“ wagten und es schafften, sich in der Musikwelt einen Namen zu machen. Ein besonderes Augenmerk widmet sie dabei den so genannten kammermusikalischen „Damenensembles“ jener Zeit.

Die einstündigen Vorträge finden jeweils um 17.30 Uhr vor den Abendkonzerten statt und kosten 15 Euro.

Natürlich stehen auch dieses Jahr wieder öffentliche Workshops auf dem Programm. Vier Festival-Künstler, der Pianist Martin Helmchen, der Geiger Kolja Blacher, die Geigerin Alina Ibragimova und die Bratschistin Tabea Zimmermann geben vom 30. September bis zum 3. Oktober in Meisterkursen ihr Wissen, ihr Können und ihre Erfahrungen an ausgewählte Studentinnen und Studenten weiter. Für Musikliebhaber ganz besondere Unterrichtsstunden, in denen sie hautnah nicht nur viel über die gespielten Werke, sondern auch besser verstehen lernen, was meisterhafte Interpreten ausmacht.

Auf ein ganz besonderes Konzert, ein Wandelkonzert unter dem Motto „Wolke und Mond“, das sie durch die Kronberger Altstadt führen wird, können sich Festivalgäste am Samstag, 2. Oktober, freuen. Treffpunkt ist um 16 Uhr auf dem Rezepturhof. Von dort geht es in vier Gruppen zu vier Konzerten mit jungen Solistinnen und Solisten der Kronberg Academy in vier Kronberger Scheunen. Auf dem Programm stehen die Suite Populaire Espagnole für Violine und Gitarre von Manuel de Falla, die Uraufführung des Auftragswerks der Kronberg Academy „Drei“ für Violoncello, Schlagzeug und Elektronik der 1994 geborenen in Frankfurt lebenden Komponistin Ágnes Peregi, das Quartett für vier Violinen der polnischen Komponistin Grażyna Bacewicz und das Werk „Wolke und Mond“ für Violoncello und Akkordeon der 1953 in Bukarest geborenen Komponistin und Pianistin ungarisch-deutscher Herkunft Adriana Hölszky, das dem Wandelkonzert seinen Namen gibt.

In jeder der vier Scheunen, der Zehntscheune, der Scheune hinter der Buchhandlung Sackis, der Scheune im Hof des Anwesens Tanzhausstraße 6 und einer „Überraschungsscheune“, wird nach einer kurzen Einführung durch ein Ensemblemitglied eines der vier Werke erklingen. Ein ungewöhnliches, kurzweiliges, spannendes Konzert mit viel Lokalkolorit.    

Das Kronberg Academy Festival „Frau Macht Musik“ wird vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain gefördert. Ebenso finanziell unterstützen die Dagmar Westberg Stiftung, das Bundesministerium für Kultur und Medien mit der Initiative Musik und Neustart Kultur sowie die Sparkassen-Kulturstiftung, die Finanzgruppe Hessen-Thüringen und die Taunus Sparkasse. Auch die dauerhaften Medienpartner der Kronberg Academy hr2-kultur, Deutschlandfunk und Frankfurter Allgemeine Zeitung beteiligen sich an der Umsetzung des Events.

Karten für alle Veranstaltungen können telefonisch über das Kartentelefon Tel: 06173-783377 (Mo.- Fr. 10-17 Uhr), per Email über karten(at)kronbergacademy.de oder online über die Website der Kronberg Academy https://www.kronbergacademy.de/festival/ konzerte erworben werden. Auf der Microsite – einem Online-Magazin extra zum Festival – lässt sich bereits jetzt ein Einblick in das kommende Streicher-Event gewinnen: https://kronbergfestival.de/

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