Grand Prix Emanuel Feuermann 2020

Kronberg Academy und UdK Berlin richten in Berlin zum fünften Mal den renommierten internationalen Cello-Wettbewerbs aus

Vom 16. bis 22. November 2020 richten die Kronberg Academy und die Domenico-Gabrielli-Stiftung der Universität der Künste Berlin (UdK) den Grand Prix Emanuel Feuermann in Berlin aus. Der renommierte internationale Cello-Wettbewerb findet seit 2002 statt und steht seitdem unter der Schirmherrschaft von Daniel Barenboim. Die fünfte Ausgabe des Wettbewerbs ist  offen für Cellisten aller Nationen, die 1992 oder später geboren sind. In drei öffentlichen Runden wählt die Jury mit dem Vorsitzenden Prof. Wolfgang Boettcher (UdK Berlin) die Preisträger aus 12 Teilnehmern aus. Der Grand Prix Emanuel Feuermann ist mit 15.000 € dotiert und verbunden mit der Vermittlung von Konzertauftritten für den Preisträger mit Orchestern. Neben dem 2. Preis (10.000 €) und dem 3. Preis (5.000 €) sind vier Sonderpreise (mit jeweils 3.000 €) sowie ein Publikumspreis (mit 1.500 €) ausgeschrieben.

Bewerbungen sind ab Februar 2020 bis zum 1. Juli unter www.gp-emanuelfeuermann.de möglich, anschließend wählt die Jury in einer nichtöffentlichen ersten Runde die 12 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des öffentlichen Wettbewerbs aus. Mitglieder der Jury sind diesmal die Cellisten und Hochschullehrer Wolfgang Boettcher (Vorsitzender), Karine Georgian (Russland), David Geringas (Deutschland/Litauen), Ralph Kirshbaum (USA), Jérôme Pernoo (Frankreich), Torleif Thedéen (Schweden), Raimund Trenkler, Tsuyoshi Tsutsumi (Japan) und Hillel Zori (Israel).

Die 12 Teilnehmer der zweiten Runde treten am 17. und 18. November 2020 mit Rezitalen auf, darunter auch die Wettbewerbskomposition von Jörg Widmann. Neu im Wettbewerb ist eine Runde mit Kammermusik: Jeder der sechs ausgewählten Teilnehmer spielt mit Mitgliedern des Boccherini Trios ein Streichtrio sowie ein Cellokonzert mit dem Kammerensemble Metamorphosen Berlin. Neu ist ebenfalls das Finale mit großem Sinfonieorchester am 21. November 2020: Gemeinsam mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Josef Bastian präsentiert sich jeder der drei Finalisten mit einem Cellokonzert.

Ein Auftaktkonzert und zwei Preisträgerkonzerte umrahmen die Wettbewerbswoche: Am 16. November 2020 um 20 Uhr eröffnen die Cellisten Alexander Buzlov (Preisträger 2010) und Aurélien Pascal (Preisträger 2014) den Wettbewerb im Konzerthaus Berlin, gefolgt von der Vorstellung der 12 Teilnehmer. Am 22. November, Emanuel Feuermanns Geburtstag, spielen die Preisträger um 11 Uhr ein Kammerkonzert in der UdK Berlin sowie um 18 Uhr ein Abschlusskonzert mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin unter der Leitung von Josef Bastian im Konzerthaus Berlin. Weitere Veranstaltungsorte des Wettbewerbs sind der Kammermusiksaal der Philharmonie Berlin in der zweiten und dritten Wettbewerbsrunde sowie in der Finalrunde der Große Sendesaal im Haus des Rundfunks.

Dem großen Cellisten Emanuel Feuermann (1902 –1942) zu Ehren wurde 2002 anlässlich seines 100. Geburtstags der Grand Prix Emanuel Feuermann ins Leben gerufen. 2020 findet  die fünfte Ausgabe des Wettbewerbs nach 2002, 2006, 2010 und 2014 statt. Danjulo Ishizaka (2002), Giorgi Kharadze (2006), Alexander Buzlov (2010) und Aurélien Pascal (2014) sind die bisherigen Gewinner.

Grand Prix Emanuel Feuermann

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Über Emanuel Feuermann

Emanuel Feuermann wurde am 22. November 1902 in Kolomea, Galizien, geboren. Der junge Cellist studierte zunächst bei Anton Walter in Wien, wohin die Familie 1909 gezogen war. Später führte er seine Studien in Leipzig bei Julius Klengel, Cellist am Gewandhaus, fort. Im Alter von nur 16 Jahren erhielt er eine Professur am Kölner Konservatorium und wurde Solo-Cellist des Gürzenich-Orchesters. Von 1927 bis 1933 war er Professor an der Berliner Musikhochschule und ging in den Folgejahren auf Konzertreisen nach Nord- und Südamerika sowie in den Nahen und Fernen Osten. 1933 wurde er wegen seiner jüdischen Abstammung von seiner Professur enthoben und emigrierte über London in die USA. Emanuel Feuermann starb am 25. Mai 1942 in New York überraschend im Alter von 39 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn an den Folgen einer Operation.

Emanuel Feuermann war neben Pablo Casals einer der bewundertsten Cellisten des 20. Jahrhunderts. Die hohe Wertschätzung für ihn ist bis heute einhellig: „Ein Jahrhunderttalent“, schrieb der berühmte Cellist Jascha Heifetz, und für Arthur Rubinstein war er „Der größte Cellist aller Zeiten“. Feuermanns Spiel galt als warm, persönlich, schwärmerisch, farbenreich, virtuos und atemversetzend. In seiner kurzen Musikerkarriere trug er dazu bei, das Violoncello als Soloinstrument zu etablieren, und er revolutionierte das moderne Cellospiel.

 

Über die Kronberg Academy

Die Kronberg Academy ist eine europaweit einzigartige Kulturinstitution zur Ausbildung und Förderung einer Weltauswahl junger, höchstbegabter Musiker der Instrumente Violine, Viola und Violoncello. Zu den Lehrenden gehören renommierte Musiker wie Christian Tetzlaff, Mihaela Martin, Tabea Zimmermann und Frans Helmerson. Rund 25 Studierende können Bachelor- und Masterabschlüsse erwerben, die in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main vergeben werden. Die Studiengänge Professional Studies, Precollege und ein Studienprogramm für Pianisten mit Schwerpunkt in der Kammermusik ergänzen das Angebot. Die 1993 gegründete Akademie wird überwiegend durch private Spenden finanziert; ihr Gründer und Vorstandsvorsitzender ist Raimund Trenkler, die künstlerische Leitung hat Prof. Dr. Friedemann Eichhorn. Mitglieder des Künstlerischen Beirats sind Marta Casals Istomin, Yuri Bashmet, Christoph Eschenbach, Gidon Kremer, Sir András Schiff und Mstislav Rostropovich († 2007). Neben ihrem Studienbetrieb veranstaltet die Kronberg Academy mehrere Konzertprojekte und zahlreiche weitere Konzerte sowie alle zwei Jahre das international renommierte Kronberg Academy Festival.

 

Über die Universität der Künste Berlin

Die Universität der Künste Berlin (UdK) ist weltweit eine der größten künstlerischen Hochschulen und die einzige, die alle Disziplinen der Kunst und der auf sie bezogenen Wissenschaften in sich vereint. An den vier Fakultäten Bildende Kunst, Gestaltung, Musik und Darstellende Kunst sowie dem Zentralinstitut für Weiterbildung werden über 70 künstlerische, künstlerisch-wissenschaftliche und künstlerisch-pädagogische Studiengänge angeboten.

Von rund 4.000 Studierenden stammt etwa ein Drittel aus dem Ausland. Die Geschichte der UdK Berlin reicht zurück bis zur Gründung der brandenburgisch-preußischen Akademie der Künste im Jahr 1696. Ihre heutige Form erhielt sie 1975 durch den Zusammenschluss der Hochschule für bildende Künste und der Hochschule für Musik und darstellende Kunst zur Hochschule der Künste (HdK). Seit 2001 trägt die Universität der Künste Berlin ihren heutigen Namen. Präsident ist seit Januar 2006 Prof. Martin Rennert. Mit mehr als 700 Veranstaltungen im Jahr trägt die UdK Berlin maßgeblich zum kulturellen Leben der Stadt bei.